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Auszeichnung für seine unermüdliche Pionierarbeit:

Professor Dr. Dr. h.c. Roland Laszig mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt

Freiburg, 11.07.2005

Taubheit muss heute kein unabänderliches Schicksal mehr sein. Selbst bei Menschen die überhaupt kein Hörvermögen besitzen, kann durch ein Cochlear-Implantat die fehlende Sinneswahrnehmung soweit hergestellt werden, dass die Patienten an der sozialen Kommunikation teilnehmen können. Einen wichtigen Anteil an diesem „kleinen medizinischen Wunder“ hat Professor Dr. Dr. h.c. Roland Laszig, Ärztlicher Direktor der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik des Universitätsklinikums Freiburg. Für seine „Arbeit um die Integration von tauben und hörbehinderten Kindern und Erwachsenen in die Gesellschaft, für die er sich in herausragender Weise verdient gemacht hat“, erhält er heute das Bundesverdienstkreuz aus der Hand des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Professor Dr. Peter Frankenberg.

Die Leidenschaft des 54-jährigen Facharztes für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde gilt seit über 20 Jahren dem Cochlear-Implantat. Diese Hightech-Hörprothese ersetzt die im Innenohr (Cochlea) ausgefallene natürliche Reizübertragung der Sinneszellen auf den Hörnerven auf elektronische Weise. Um auch Patienten mit zerstörtem Hörnerv eine akustische Wahrnehmung zu ermöglichen, entwickelte Professor Laszig 1992 zusammen mit einem australischen Unternehmen
die „mehrkanalige auditorische Hirnstammprothese“, die heute in technischer Modifikation weltweit eingesetzt wird.

Professor Laszig hat 1983, als er vom Marienkrankenhaus in Hamburg an die HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover wechselte, dort das weltweit größte Cochlear-Implant-Zentrum mitbegründet und gemeinsam mit Professor Dr. Dr. Dr. mult. Ernst Lehnhardt aufgebaut. Dort habilitierte er sich 1989 mit der ersten deutschsprachigen Habilitationsschrift zum Thema Cochlear Implant. Als er zehn Jahre nach seinem Wechsel nach Hannover die Leitung der Hals-, Nasen- und Ohrenklinik am Universitätsklinikum Freiburg übernahm, gründete er hier die stärkste „Konkurrenz“ zu Hannover, das Implant-Centrum Freiburg.

Besonderes Augenmerk richtet Professor Laszig schon seit seiner Hannoveraner Zeit auf die adäquate Nachsorge für Cochlear-Implant-Träger. Allein am Cochlear-Implant-Centrum Freiburg sind rund 850 Patienten in dauerhafter Betreuung.


Der besondere Verdienst von Professor Laszig liegt jedoch nicht nur in der technischen Entwicklung des Cochlear-Implantats und dem Aufbau des Implant-Centrums hier in Freiburg, das seit einigen Jahren das Kompetenzzentrum für Baden-Württemberg und Referenzzentrum anderer europäischer Einrichtungen ist. Es ist ihm auch zu verdanken, dass diese Technik weltweit immer stärkere Verbreitung findet. Professor Laszig hat nicht nur auf allen wichtigen wissenschaftlichen Symposien aller Kontinente diese moderne Technologie dargestellt, sondern auch in rund 50 Kliniken weltweit Kollegen persönlich in die Technik der Cochlear-Implant-Versorgung eingewiesen - im Rahmen von Vorträgen und Seminaren, bis hin zur direkten Hilfe im Operationssaal.

In Freiburg gründete er die Fördergesellschaft „Taube Kinder lernen hören e.V.“, die das Implant-Centrum-Freiburg der Universitäts-HNO-Klinik sowohl ideell als auch materiell unterstützt. Über 500.000 Euro hat diese Gesellschaft bisher zum Ausbau des Centrums aufgebracht, indem sie die privaten Ressourcen der Freiburger Gesellschaft aktiviert hat.









Kontakt:

Prof. Dr. Dr. h.c. Roland Laszig
Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Freiburg
Tel. 270-4206
Fax 270-4189
eMail laszig@hno.ukl.uni-freiburg.de