Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … Rektor Jäger: Exzellenzinitiative …

Rektor Jäger: Exzellenzinitiative als Bewährungsprobe

Jahresbericht vor dem Senat: Meilensteine der Entwicklung

Freiburg, 19.07.2006

Vor allem hochschulpolitische Fragen sowie aktuelle Entwicklungen standen im Mittelpunkt der Rede zum Jahresbericht des Rektors, Professor Dr. Wolfgang Jäger, die er am heutigen Mittwoch in öffentlicher Sitzung vor dem Senat hielt. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen ging der Rektor auf den ausführlichen Diskussionsprozess ein, den die Schaffung eines transparenten und nachvollziehbaren Verfahrens für die Verteilung des Mittelanteils aus den Studiengebühren an die Fakultäten erfordern werde. Die Einbindung der Studierenden werde auf Rektoratsebene mit der Einrichtung einer Rektoratskommission ermöglicht, betonte Jäger.

Als das wohl wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres und eine Bewährungsprobe in jeglicher Hinsicht stufte Rektor Jäger die Exzellenzinitiative ein. „Sie ist ein tiefer Einschnitt in die Universitätsgeschichte. Zum ersten Mal sahen sich die Universitäten mit einer scharfen und direkten Wettbewerbssituation konfrontiert, die zu einer deutlichen Differenzierung der Hochschullandschaft beitragen wird.“ Die Universität habe die erste Hürde mit Bravour gemeistert. Mit der Bewilligung von insgesamt vier Antragsskizzen: zwei Graduiertenschulen, einem Exzellenzcluster und dem Zukunftskonzept nehme sie eine Spitzenposition in Baden-Württemberg ein. „Die Solidarität aller Beteiligten und die Geschlossenheit unseres Auftritts zeichnen uns als eine Universität aus, die ihre Corporate Identity in ihrem Handeln zum Ausdruck bringt“, so Rektor Jäger. Unabhängig von dem Ergebnis werde aber bereits jetzt schon deutlich, dass die Debatte um die Exzellenzinitiative die Wahrnehmung der Universität Freiburg in der Öffentlichkeit, auf nationaler aber auch auf internationaler Ebene als Spitzenuniversität weiter gestärkt habe.

Zufrieden verwies der Rektor auf die Ergebnisse der unabhängigen Rankings, die der Universität stets aufs Neue exzellente Leistungen in Forschung und Lehre bestätigten. Eine wichtige Rolle im Bemühen um eine Position als Spitzenuniversität spielten außerdem erfolgreiche Berufungen. „Sinnvolle Neuerungen der Berufungsverfahren sehen wir künftig zum Beispiel darin, pro-aktiv nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten aus dem In-und Ausland Ausschau zu halten“, sagte Rektor Jäger. Zufrieden zeigte sich der Rektor mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit dem Regierungspräsidium. Dadurch könne die Universität ihre bislang bereits praktizierten Bemühungen, dem Ehepartner des Rufempfängers eine berufliche Perspektive in Freiburg zu bieten, verfestigen und damit die Attraktivität der Universität weiter steigern. Verstärkt wurden darüber hinaus Kooperationen mit außeruniversitären Partnern wie der Fraunhofer Gesellschaft durch die Besetzung gemeinsamer Professuren. Erfreut zeigte der Rektor auf, welche Fortschritte die Planung für die Feierlichkeiten anlässlich des 550jährigen Jubiläums im nächsten Jahr machten.
Durch die Neubesetzung des Jubiläumsteams, aber vor allem durch eine transparente Kommunikation, Konsensmanagement und eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit sei es gelungen, die Bedeutung des Jubiläums glaubhaft darzustellen und die Akzeptanz aller Gruppen der Universität zu gewinnen.

Als weitere wichtige Meilensteine für die Entwicklung der Universität nannte Rektor Jäger unter anderem die Einrichtung einer Zentralstelle für Forschung mit einem neu eingerichteten „Science Support Centre“, eine intensivierte Kooperation mit der Wirtschaft durch die „Zentralstelle für Forschungsförderung und Technologietransfer“, die Gründung einer Internationalen Graduiertenakademie im Februar 2006 sowie den Ausbau der Zentrenstruktur mit einem Zentrum für Wasserforschung, einem Mittelalterzentrum und dem bewährten Zentrum für Studienreform und Weiterbildung. Zur Weiterentwicklung der Universität führte Rektor Jäger die Neubauten und Sanierungsmaßnahmen im Institutsviertel auf. Dazu zählen das Zentrum für Biochemie- und Molekulare Zellforschung (ZBMZ) sowie das Zentrum für Biosystemanalyse, das Gewächshaus der Biologie II /III und auch die weitere Stufe der Sanierung des Herder-Gebäudes. Mit der Universitätsbibliothek steht das gleichwohl schwierigste Sanierungsprojekt erst am Anfang, wenn auch der Wettbewerb um die Fassadengestaltung entschieden ist.

Aufmerksamkeit lenkte der Rektor zudem auf die verstärkten Auslandsbeziehungen der Universität, wobei er die Kooperation mit chinesischen Partnern als die dynamischste bezeichnete. Positiv vermerkte Rektor Jäger die Einführung hochwertiger Bachelor- und Masterstudiengänge. „Sie versetzen uns in die Lage, anspruchsvolle und stark nachgefragte Angebote zu etablieren und somit eine wichtige Komponente zur internationalen Konkurrenzfähigkeit der Albert-Ludwigs-Universität beizutragen.“

Mit Sorge bilanzierte der Rektor die Haushaltslage der vergangenen Jahre, die sich kontinuierlich verschärft und die Einschnitte in der Investitionsrunde zur Folge gehabt habe. Als Erfolg verbuchte er dagegen den Anstieg der Drittmitteleinnahmen der Universität (ohne Klinikum). Sie sind entgegen der rückläufigen Tendenz der beiden letzten Jahre im Berichtszeitraum um sechzehn Prozent angestiegen und erreichten damit ein neues Rekordergebnis.

Der Rektor betonte, welch hohen Stellenwert das Rektorat der Förderung von Studentinnen und Wissenschaftlerinnen einräume. „Es ist völlig klar und bedarf kaum der Erwähnung, dass die Gleichstellung für uns keine rein formale Aufgabe darstellt, sondern mit viel Engagement vorangetrieben wird“, so der Rektor. Eine kritische Betrachtung des Zielerreichungsgrades offenbare allerdings, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichend seien. Um in Aspekten der Gleichstellung einen Standard zu erreichen, wie er an anderen Universitäten im In-und Ausland bereits gegeben sei, müssten die Anstrengungen deutlich verstärkt werden. „Die im Herbst dieses Jahres anstehende Überarbeitung unseres Frauenförderplans werden wir daher zum Anlass nehmen, einen neuen Anfang zu machen.“

abgelegt unter: