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Körperwahrnehmung bei Patientinnen mit Anorexie, Bulimie und Essanfallsstörung

Neue Studienserie am Psychologischen Institut der Universität Freiburg

Freiburg, 23.10.2007

Warum fühlen sich Patientinnen mit Essstörungen ständig zu dick, obwohl sie normal oder sogar untergewichtig sind? Wie können Patientinnen einen gesunden Umgang mit ihrem Körper lernen? Das sind beispielhafte Fragen, wie sie unter anderem im Mittelpunkt der neuen Studienserie am Psychologischen Institut der Universität Freiburg stehen.  In der Arbeitsgruppe von Prof. Brunna Tuschen-Caffier  untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Studie die Unzufriedenheit – oder genauer – die verzerrte Körperwahrnehmung von Patientinnen mit Essstörungen und bieten passende Therapien an. Das Angebot richtet sich an Frauen mit Essstörungen zwischen 18-45 Jahren (Anmeldung unter www.uni-freiburg.de/go/essen). Essstörungen sind vor allem unter Frauen weit verbreitet und die Unzufriedenheit mit Körpergewicht und Figur spielt bei der Entwicklung dieser Störungen eine große Rolle, wie aktuelle Zahlen aus den USA belegen.

In der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie „Körperbildstörung“ untersuchen die Psychologen, wie Unzufriedenheit mit Figur und Gewicht mit der Aufmerksamkeit zusammenhängen. Wie schauen Patienten mit Bulimie, Anorexie und Essanfallsstörung ihren eigenen Körper an? Die Antworten auf diese Fragen sollen direkt in die Optimierung von Therapien einfließen.

Die Studie "Körperbildtraining" richtet sich zunächst an Frauen mit der Essstörungsform der Bulimia Nervosa. Das Körperbildtarining beruht auf auf der so genannten Körperbildexposition, einer der wirksamsten Komponenten der Verhaltenstherapie bei Essstörungen. Während des Trainings sollen durch die reale Konfrontation mit dem eigenen Spiegelbild negative Einstellungen und ungünstiges körperbezogenes Verhalten aufgedeckt und mit therapeutischer Hilfe überwunden werden. Typischerweise können auf diese Weise nach mehreren Sitzungen sowohl Selbstakzeptanz als auch Körperzufriedenheit gesteigert und aufgebaut werden. Welche spezifischen Aspekte der Körperbildexposition den therapeutischen Prozess unterstützen, möchten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Rahmen ihrer Forschungsfragen klären. Die Ergebnisse sollen zukünftig den weiteren Ausbau und die Optimierung körperbezogener Therapieelemente fördern. Eine weitere Therapiestudie zur Essanfallsstörung ist in Planung und wird im Laufe des nächsten Jahres starten.

Alle Informationen zu den Studien sowie zu den Teilnahmebedingungen unter:
www.uni-freiburg.de/go/essen
Studientelefon: 0761/203 3059

Ansprechpartner:

Prof. Tuschen-Caffier
Tel.: 0761/203 3013
E-Mail: tuschen@psychologie.uni-freiburg.de

Dr. Jens Blechert
Tel.: 0761/203 3010,
E-Mail: blechert@psychologie.uni-freiburg.de

Dipl. Psych. Monika Trentowska
Tel.: 0761/203 9446
E-Mail: trentowska@psychologie.uni-freiburg.de