Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … Daimler Financial Services-Preis …

Daimler Financial Services-Preis für Professor Masing

Michael Glos sprach an der Universität Freiburg

Freiburg, 09.12.2008

Daimler Financial Services-Preis für Professor Masing

Prof. Dr. Johannes Masing

Auf Einladung des Fördervereins des Frankreich-Zentrums und des Rektoramts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sprach heute der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos (CSU), zu dem Thema: Vertrauen und Kraft für Europas Wirtschaft: Welche Rolle spielt dabei der Staat?“.
Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der „Daimler Financial Services“-Preis 2007 an Prof. Dr. Johannes Masing (Institut für Öffentliches Recht der Universität Freiburg, Bundesverfassungsgericht Karlsruhe) verliehen.

Stifter dieser Auszeichnung ist die Daimler Financial Services AG.
Der Preis wurde für die Daimler AG überreicht durch den Vorsitzenden des Fördervereins des Frankeichzentrums und Ehrensenator der Freiburger Universität Dr. Klaus Mangold. Der mit 10.000 Euro dotierte Daimler Financial Services-Preis wird jährlich zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeit im Bereich der deutsch-französischen Beziehungen vergeben.

Mit dem prämierten Forschungsprojekt „Modellierung unabhängiger Regulierungsbehörden in Frankreich und Deutschland“ greift Professor Johannes Masing gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von deutschen und französischen Wissenschaftlern eine ebenso markante wie bedeutsame europarechtliche wie verwaltungswissenschaftliche Entwicklung auf. Es geht darum, dass die Wirtschaftsverwaltung zunehmend in die Hände von unabhängigen Regulierungsbehörden gelegt wird. Kennzeichnend für diese Entwicklung ist, dass sie keiner oder jedenfalls nur eingeschränkter Einflussnahme der Regierung unterliegt. Eine politische Kontrolle über sie wird erheblich zurückgenommen. Das Projekt untersucht, unter welchen Bedingungen, für welche Aufgaben und in welchen organisationsrechtlichen Arrangements eine solche Unabhängigkeit verwaltungswissenschaftlich sinnvoll und rechtlich wie demokratietheoretisch zulässig ist.

Mangold betonte in seiner Laudatio, dass Masing mit dieser Forschungsarbeit einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der Stellung der Verwaltung im Spannungsfeld von nationaler Staatlichkeit und internationaler Wirtschaft leiste.

Dabei habe sich gezeigt, dass ein deutsch-französischer Dialog über dieses Thema besonders fruchtbar ist. Im Kontrast zur sonst zentralistisch-hierarchischen Grundstruktur der französischen Staatsorganisation seien in Frankreich eine Großzahl von Behörden geschaffen worden, die rechtlich konsequent unabhängig sind.

Frankreich verfüge hier über einen großen Erfahrungsschatz und führe eine breite sowie hochaktuelle Debatte. In Deutschland sei man – in deutlichem Kontrast zu seiner föderal-polyzentrischen Staatsorganisation – gegenüber solchen unabhängigen Behörden noch zurückhaltender, und selbst die neue Regulierungsbehörde für die Netzwirtschaften – die Bundesnetzagentur – sei nur sehr eingeschränkt als unabhängig zu bezeichnen. Im Gegenzug gebe es hier eine demokratietheoretisch angeleitete Dogmatik zum Verwaltungsorganisationsrecht, die in Frankreich keine Entsprechung findet.

„Die herausragende Leistung von Johannes Masing liegt darin, beide Perspektiven und Erfahrungen vor dem gemeinsamen Horizont der Europäisierung des Rechts und der Internationalisierung der Wirtschaft zusammenzuführen“, meinte Mangold. Dabei sei es Masing gelungen, höchst praxisrelevante Organisationsfragen mit grundlegenden Legitimationsproblemen zu verknüpfen. Besonders verdienstvoll erscheine dabei, dass die Diskussionen in beiden Ländern zuvor kaum gegenseitig zur Kenntnis genommen wurden.

Mangold fasste in seiner Laudatio die Verdienste Masing zusammen: „Mit dem Forschungsprojekt „Die Modellierung unabhängiger Regulierungsbehörden in Frankreich und Deutschland“ hat Johannes Masing eine neue Qualität und Intensität transnational rechtsvergleichender Forschung erreicht. Das Projekt reiht sich ein in ein lang anhaltendes Forschungsinteresse von Masing am französischen Recht, das in zahlreichen Arbeiten Niederschlag gefunden hat. Das Projekt bildet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung Freiburgs als Zentrum des deutsch-französischen Wissenschaftsaustausches.“

Kontakt:
Annette Obenauf
Frankreich-Zentrum
Tel.: 0761 - 203 – 2009
Fax: 0761 - 203 - 2006
E-Mail: frankreich-zentrum@mail.uni-freiburg.de
www.fz.uni-freiburg.de