Artikelaktionen

Sie sind hier: Startseite Newsroom Pressemitteilungen … Die Zukunftsfähigkeit der …

Die Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung

Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg referierte

Freiburg, 17.12.2008

Die Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen vom Institut für Finanzwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sprach gestern Abend im Audimax zum Thema „Zur Zukunftsfähigkeit der medizinischen Versorgung – Möglichkeiten und Grenzen der Bezahlbarkeit“. Der Vortrag fand im Rahmen des Interdisziplinären Dienstagskolloquiums „Seele – Körper – Geist“ der Abteilung Psychosomatische Medizin statt.

Prof. Raffelhüschen kritisierte die deutschen Sozialversicherungssysteme. Ihre langfristige Finanzierbarkeit sei angesichts der sich rapide zuspitzenden doppelten Alterungsprozesses nicht gewährleistet. Alle in Bismarckscher Tradition entworfenen Sicherungssysteme – ob Renten-, Kranken- oder Pflegeversicherung – fußten auf dem gleichen Prinzip, dem Generationenvertrag. Immer weniger tendenziell gesunde Junge finanzierten immer mehr Alte, die immer älter würden und deren Krankheits- und Pflegebedürftigkeitswahrscheinlichkeit deutlich zunehme. Die sich daraus ergebenden zukünftigen Finanzierungslücken machten weitere Anhebungen der Beitragssätze oder drastische Leistungskürzungen unumgänglich.

In seinem Vortrag quantifizierte Prof. Raffelhüschen zunächst die Konsequenzen des demographischen Wandels für die Nachhaltigkeit der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung mit Hilfe der Generationenbilanzierung und anhand ergänzender Beitragssatzprojektionen auf derzeitiger Gesetzesgrundlage. Ausgehend von der Diagnose des gesetzlichen Status zeigte er auf, ob und inwieweit die aktuell vorgeschlagenen Reformmaßnahmen echte Therapie darstellen und somit zukünftig mehr Nachhaltigkeit in den Generationenverträgen generieren könnten. Sein Fazit: Dies ist nicht der Fall.

Im Anschluss daran illustrierte Raffelhüschen die nachhaltige Therapie im Falle der Krankenversicherung anhand der Freiburger Agenda. Sie besteht im Prinzip aus einer Abkehr von planwirtschaftlichen Regulierungsmaßnahmen hin zu mehr marktorientierter Eigenverantwortung. Für den Fall der Pflegeversicherung zeigte er, dass nachhaltige Reformen der Pflegeversicherung immer eine fast vollständige Privatisierung und damit mehr Kapitaldeckung implizieren.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen
Institut für Finanzwissenschaft
Tel.: 0761/203-2353
Fax: 0761/203-
2290
E-Mail: bernd.raffelhueschen@vwl.uni-freiburg.de
abgelegt unter: