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500. Todestag von Konrad Stürtzel

Freiburg, 27.02.2009

500. Todestag von Konrad Stürtzel

Basler Hof / Quelle: Regierungspräsidium Freiburg

Den meisten Freiburgern sagt der Name Konrad Stürtzel vermutlich wenig, den Bediensteten des Regierungspräsidiums Freiburg, so weit sie ihren Arbeitsplatz im „Basler Hof“ an der „KaJo“ haben, aber umso mehr, schließlich ist der große Sitzungssaal im Dienstsitzes von Regierungspräsident Julian Würtenberger nach ihm benannt: Konrad Stürtzel, von Maximilian I in den Adelsstand erhoben und auch KonradStürtzel von Buchheim genannt.

Als Sohn einer einfachen fränkischen Bürgersfamilie gelang Konrad Stürtzel ein musterhafter Aufstieg in die universitären Kreise sowie in die Machtzirkel um den Kaiser. Er war Doktor des Kirchenrechts, Ritter, zweimaliger Rektor der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität und als mächtiger Hofkanzler Kaiser Maximilians I. eine der bedeutendsten und reichsten Persönlichkeiten seiner Zeit.

Konrad Stürtzel erblickte um 1435 in Kitzingen am Main das Licht der Welt und verstarb am 2. März 1509 in Freiburg. 23 Jahre später erwarb er in Heidelberg seinen Magister Artium der Artes liberales. Der Studiosus nutzte die Aufbruchsstimmung im Bildungswesen des 15. Jahrhunderts: Erging nach Freiburg und wurde nach der Stiftung der Universität im Jahr1457 einer der ersten sieben Professoren der Albertina. Daraufhin promovierte er zum Doktor des kanonischen Rechts und lehrte für über 20 Jahre als „der päpstlichen Rechte und freier Künste Lehrer“ an der Freiburger Universität. In dieser Zeit wurde er zweimal zum Rektor der Hochschule gewählt.

Wegen seines hervorragenden Rufs als Jurist wurde der Gelehrte und akademische Lehrer im Jahr 1477 zum Rat und 1478 zum Mitglied und Kanzler des vorderösterreichischen Hofgerichts ernannt. Bevor er Freiburg verließ, erwarb er das Bürgerrecht der Stadt. Im Jahr 1481 gab er das Professorenamt auf und ging als Rat zur Regierung nach Innsbruck. Sechs Jahre später wurde Stürtzel zum Vorstand der Tiroler Hofkanzlei ernannt und bald darauf unter Maximilian I. zum Erbschenk des Elsaß in den Adelsstand erhoben. Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Freiburg zurück.

Mit dem Kauf von sieben benachbarten Häusern in der Nähe des Münstersum 1480 hat Konrad Stürtzel das Bild der heutigen Kaiser-Joseph-Straße bis zum heutigen Tag entscheidend mit geprägt. Er verband sie zu einem Gebäudekomplex, den er bis zu seinem Tod als Wohnhaus nutzte. Dieses Stadtpalais war seinerzeit das größte und vornehmste Wohnhaus in Freiburg.

Ab 1587 war das Gebäude im Besitz des Baseler Domkapitels, woraus sich der Name „Basler Hof“ ableitet. Nach 1651 war es Sitz der vorderösterreichischen Regierung. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude in der Bombennacht am 27. November 1944 zerstört und 1950/51 wieder aufgebaut. Seit 1953 ist es Dienstsitz des Regierungspräsidenten.

Hans Wydyz fertigte für Stürtzels Wohnsitz im Jahre 1505 den Drei-Königs Altar an, der heute im Freiburger Münster steht. Im selben Jahr ließ er für das Totenvermächtnis seiner Familie die so genannte Stürtzelkapelle im Münsterchor errichten, die sich direkt neben der Universitäts-Kapelle befindet. Die zwei farbigen Fenster in der Kapelle zeigen Konrad Stürtzel und seine sechs Söhne, seine zwei Töchter und seine Ehefrau. Sie wurden von Hans Baldung Grien entworfen und 1528 von der Ropstein Werkstatt fertig gestellt. Es ist das einzige bekannte Bildnis des Kanzlers. Die Originalfenster befinden sich in einem schlechten Zustand und sind heute im Augustinermuseum in Freiburg. Sie wurden 1910 durch Kopien von Fritz Geiges ersetzt.

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