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Tipps gegen Stress an den Feiertagen

Alle Jahre wieder: Für viele Menschen bedeuten Ostern, Pfingsten, Weihnachten oder Familienfeiern Stress und Streit. Ein Psychologe der Universität Freiburg bleibt jedoch gelassen: Der Stress an Feiertagen dürfe nicht überbewertet werden.


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An Feiertagen wie Weihnachten kommt die An Feiertagen wie Weihnachten kommt die ganze Familie zusammen: Da geht es nicht immer nur harmonisch und besinnlich zu. (©Jeanette Dietl - Fotolia.com )

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Schon in den Tagen vor den Feiertagen fängt bei vielen Menschen der Stress an. Denn neben der Arbeit, den Einkäufen und Vorbereitungen setzen sich viele Erwachsene unter starken Druck, um ein perfektes Familienfest zu organisieren. Das oberste Ziel: Harmonie. Doch gerade dieses Streben nach dem perfekten, harmonischen Familienzusammenkünften an Feiertagen überfordert viele, weiß Dr. Helmut Wetzel, Psychologe an der Universität Freiburg.

 

  • Simpler Trick: Verteilen der Aufgaben 

Diese Überforderung entlädt sich, wenn an den Feiertagen viele Menschen aufeinander treffen. Der Streit innerhalb der Familie lässt dann nicht lange auf sich warten. Ein simpler Trick, so Wetzel, kann helfen, das zu vermeiden: Die Vorbereitungen sollte nicht immer die gesamte Familie gemeinsam bestreiten. Denn je mehr Leute zusammen sind, umso eher entsteht Stress. Angenehmer ist es, wenn alle Beteiligten in kleinen Gruppen verschiedene Aufgaben übernehmen und dabei auch mal für sich sein können. 

 

  • Feste Rituale auch für junge Paare 
Ganz wichtig ist es – vor allem für junge Paare, die das erste Mal Feiertage – wie zum Beispiel Weihnachten zusammen verbringen – nach Ansicht des Freiburger Psychologen, feste Rituale zu befolgen: Spaziergänge, an Weihnachten gemeinsames Singen oder Vorlesen sowie das gemeinsame Essen sind zwar traditionelle, bei der Stressbekämpfung aber sehr effektive Rituale. Denn währenddessen kann jeder abschalten und entspannen.
 
 
  • Stress an Feiertagen nicht überbewerten  
Wird es einem dennoch zu viel, rät Dr. Wetzel, einfach mal kurz den Raum zu verlassen: „Sobald jemand Stress spürt, sollte er einige Sekunden innehalten und sich fragen, wie er in alltäglichen Situationen auf Stress reagiert. Und genau das dann auch tun.“ Denn schließlich sei Feiertagsstress nichts weiter als normaler Stress, den man abbauen kann, ohne dass es zu größeren Konflikten kommt. „Man darf den Stress an Feiertagen auf keinen Fall wichtiger nehmen als Alltagsstress“, empfiehlt der Experte. Häufig sei es so, dass Stress in solchen Momenten überbewertet werde, da Menschen empfindsamer sind und sich im Vorhinein schon fest vorgenommen hatte, auf keinen Fall Stress oder Konflikte aufkommen zu lassen.
 
  • Streit an Feiertagen wird schneller verziehen  
Und sollte es innerhalb der Familie alle Jahre wieder trotz aller Bemühungen an Feiertagen – wie häufig selbst an Weihnachten – zu Streit kommen, beruhigt der Psychologe der Universität Freiburg: „Versöhnungen finden an Weihnachten viel schneller statt und Streitereien werden leichter vergessen.“ Denn schließlich sei, wie Dr. Wetzel betont, das oberste Ziel für alle: Harmonie und Freude, ergänzt durch eine Prise Gelassenheit und Nachsicht für die Eigenheiten der Anderen.
 

Die Druckversion dieses Textes (pdf) finden Sie hier.

 

Porträt des Forschers

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Dr. phil. Dipl.-Psych. Helmut Wetzel

Helmut Wetzel leitete die Ambulanz des Psychologischen Instituts der Universität Freiburg. Seine Arbeitsbereiche umfassen Kinder-, Jugendlichen- und Familientherapie. Zudem ist er zuständig für die Fachkoordination der Schwerpunktausbildung für Erziehungsberatung und Familientherapie. Insbesondere befasst er sich mit den Themen Arbeit in und mit Familien in Krisen und Notlagen, transgenerationale Übertragung von Gewalt und Suchtmustern, Adoleszenzkrisen sowie Gender-Fragen.

  

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